6 Follower
3 Ich folge
romymaedchen

Romymaedchen

Buchgedanken und Zitate ♥

Zerbrechlich - Rainer Schumacher, Jodi Picoult

Ich habe wieder einmal ein wunderbares Buch von Jodi Picoult geslesen. Sie ist so weise, irgendwie. In diesem Roman geht es um ein Mädchen, das mit Osteogenesis imperfecta, der Glasknochenkrankheit, geboren wurde. Wie immer erzählt Picoult aus den verschiedenen Perspektiven: Der Mutter, dem Vater, der Schwester, der Arztin, der Anwältin. Doch diesmal ist noch etwas anders. Es ist so geschrieben, als wenn sie alle Willow, das Kind mit OI, ansprechen. Es ist ein erstes Thema, sehr spannend und gefühlvoll.
Die Geschichte wie Menschen mit der Glasknochenkrankheit leben, wie Willows Mutter Charlotte, ihre Ärztung und zugleich beste Freundin wegen eines Kunstfehler ansklagt, wie Sean, ihr Mann, sich von ihr entfernt und wie deren Tochter Amelia in ihrere Einsamkeit erstickt.
Sehr lesenswert. Und da es wieder einige schöne Stellen im Buch gibt, habe ich diese hier zusammengefasst.

 

***

 

Natürlich habe ich ihn geliebt; aber es ist mir schon immer leichtergefallen, Liebe zu zeigen, als darüber zu reden. Das Wort erinnerte mich an Pralinen: klein, wertvoll und fast unerträglich süß. Ich erstrahlte in seiner Gegenwart; in seiner Umarmung fühlte ich mich wie eine Sonne. Aber meine Gefühle in Worte zu fassen nahm dem Gefühl irgendwie seine Kraft. Es war wie einen Schmetterling aufzuspießen oder einen Kometen auf Video aufzunehmen. Jede Nacht schlang er die Arme um mich und flüsterte mir diesen Satz ins Ohr, Blasen die beim Aufprall zerplatzten: Ich liebe dich. Und dann wartete er. Er wartete, und obwohl er keinen Druck auf mich ausüben wollte, war mein Schweigen für ihn eine Enttäuschung; das fühlte ich.
- Charlotte

 

Man wird ein Gefühl nicht los,
nur weil es falsch ist.
- Willow

 

Wenn man jemandem zeigte, was man für ihn fühlte, war das frisch und ehrlich. Wenn man jemandem sagte, was man fühlte, war womöglich nichts mehr hinter den Worten außer vielleicht Gewohnheit und Erwartungen. Diese drei Worte verwendet jeder. Ein paar Silben konnten jedoch nicht annähernd ausdrücken, was ich für Sean empfand.
- Charlotte

 

Vielleicht musste man erst selbst in eine Krise geraten, um sich selbst zu erkennen; vielleicht muss das Leben einen erst einmal hart rannehmen, damit man verstand, was man wirklich wollte.
- Sean

 

Es überraschte mich nicht,
dass – beim Backen wie im Leben – ein kleiner Akt der Gewalt,
der Preis für das Wachsen ist.
- Charlotte

 

Einen Fehler zu machen war eine Sache; ihn immer wieder zu begehen eine ganz andere. Ich wusste was passierte, wenn man jemanden zu nah an sich heranließ, bis man glaubte, geliebt zu werden: Man wurde enttäuscht. Verlass dich auf jemanden, und du wirst ins Gesicht geschlagen. Denn, wenn du ihn brauchst ist er nicht mehr da. Entweder das, oder man vertraute sich jemandem an und vergrößerte das Problem noch. Man hatte nur sich selbst, und wenn man selbst nicht zuverlässig war, war das ziemlich scheiße.
- Amelia

 

“Deine Mom liebt dich auch. Das weißt du doch, oder?”
Draußen rauschte der Atlantik. “Ich glaube, es gibt zwei Arten von Meer – das eine, das im Sommer mit dir spielt, und das andere, das dich im Wunter verrückt macht”, hast du gesagt, “Ist das eine da, ist es schwer, sich an das andere zu erinnern.”
- Willow

 

Eigentlich wollen wir alle dasselbe: Wir wollen gleibt werden. Diese Sehnsucht fördert manchmal unsere schlimmsten Seiten zu Tage.
- Marin

 

Durch die Liebe wurde man besser als nur gut genug. Sie definiert das Perfektsein neu, indem sie alle Eigenschaften eines Menschen mit einschloss, nicht nur die guten.
Wir alle wollten nur eines: wissen, dass wir jemandem etwas bedeuten, dass irgendjemandes Leben ohne uns nicht so erfüllt gewesen wäre.
- Charlotte

 

Dinge die brechen – seien es Knochen, Herzen oder Versprechen -, können zwar wieder zusammengesetzt werden, werden jedoch nie ganz wie vorher.
- Charlotte

 

alle Zitate stammen aus dem Roman “Zerbrechlich” von Jodi Picoult